Sozialpartnerdialoge in der Aluminiumindustrie / Deutschland

Im Rahmen des Netzwerks Ressourceneffizienz (NeRess) initiierten IG Metall, der GDA (Gesamtverband der Aluminiumindustrie) in Zusammenarbeit mit dem BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) 2008 eine Reihe an Gesprächen zwischen den Sozialpartnern mit dem Ziel die Ressourceneffizienz in der Aluminiumindustrie in Deutschland zu steigern.

Ansatzpunkt der Sozialpartner ist die Herausarbeitung von gemeinsamen Handlungsoptionen für die Förderung von innovativen und umweltschonenden Technologien in der Aluminium- und weiteren angrenzenden Hochtechnologiebranchen in Deutschland. Entsprechend einem korporatistischen Geist verstehen sich die Vertretungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern als Partnerschaft. Gemeinsam soll der Industriestandort Deutschland mit ressourcenschonenden und sparsameren Technologien gestärkt werden.

Mit der Teilnahme an dieser Initiative will die IG Metall der Gefahr einer weiteren Absiedelung von Produktionsstandorten mit folgendem Verlust von Arbeitsplätzen entgegentreten. Zusätzlich bezweckt die Vertretung der Metallarbeiter dadurch einen verringerten Lohnkostensekungsdruck, verbessertes Know-how über das Thema Nachhaltigkeit und eine Förderung des Life-Cycle-Denkens unter Beschäftigten sowie Betriebsräten.

Für die GDA geht es bei der Teilnahme an den Gesprächen im Rahmen des Netzwerks um eine erhöhte Akzeptanz von Aluminium und um die Beeinflussung des Kaufverhaltens mit dem Ziel eines erhöhten Aluminiumabsatzes. Das übergeordnete Interesse der Sozialpartner ist es somit, die Existenz der Aluminiumindustrie in Deutschland zu sichern.

Folgende Themen wurden in den sektoralen Gesprächen der Sozialpartner behandelt:

  • Aufbereitung von Informationen über Produktion und Verwendung von Aluminiumprodukten und deren Recyclingmöglichkeiten
  • Austausch von Erfahrungen von Beschäftigten und Entscheidungsträgern und die Vernetzung mit weiteren Akteuren
  • Erarbeitung von innerbetrieblichen Kommunikations-Tools, um den Materialfluss von Aluminium besser zu verstehen
  • Herstellung von Unterrichts- und Weiterbildungsmaterialen für innerbetriebliche Bildungsmaßnahmen zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Diskussion und Präsentation der Ergebnisse mit externen Akteuren

All diese Themen kreisen um eine optimale Verwendung von Rohmaterialien, Recycling und die Vermeidung von Überschussmaterialien entlang der Wertschöpfungskette – angefangen von der Gewinnung des Rohmaterials bis zum fertigen Produkt. Folgende Maßnahmen wurden in den Dialogen erarbeitet:

  • Verbessertes Altmetallmanagement entlang der Wertschöpfungskette und Entsorgung
  • Wärmerückgewinnung in der Produktion
  • Verbesserte Brenntechnologie
  • Optimierte Nutzung von Betriebsstoffen in der Produktion, z.B. Walzöl und Kühlwasser

Das Netzwerk Ressourceneffizienz

Kernelement des 2007 gegründeten Netzwerks Ressourceneffizienz ist die Verzahnung von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- sowie Umweltinteressen rund um das Thema einer effizienteren Produktion in Deutschlands Aluminiumindustrie. Mit einer höheren Ressourceneffizienz streben die teilnehmenden Organisationen einen sinkenden Verbrauch an Rohmaterialen und somit eine sinkende Umweltbelastung an. Dieser Teil eines Green New Deals für Deutschland wird mitgetragen vom BMU, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, der IG Metall, dem DGB, Bundesumweltagentur und weiteren Forschungs- sowie Beratungsinstituten.

 


Quellen und Links:

Hauptseite des Netzwerks

Publikationen des Netzwerks

Vorträge zur Auftaktkonferenz des Netzwerks Ressourceneffizienz

Kurzinformation zum Netzwerk Ressourceneffizienz

Eurofound (2011): Industrial relations and sustainability the role of social partners in the transition towards a green economy,Projektbericht