KoReBB / Deutschland

KoReBB steht für „Kooperationsprojekt  Ressourceneffizienz für Betriebsräte und Beschäftigte“ und unterstützt Betriebsräte und Beschäftigte durch Weiterbildungsangebote darin, sich in den Unternehmen für ressourcen- und energiesparende Lösungen einzusetzen.

Das Projekt ging von Mai 2008 bis April 2011. Die Durchführung oblag dem Bildungswerks des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) und wurde finanziert vom BMU, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Netzwerks Ressourceneffizienz (siehe auch Sozialpartnerdialoge in der Aluminiumindustrie / DE). KoReBB agierte relativ selbständig und war mit den übrigen Teilbereichen des Netzwerks nur lose verbunden.

Oberste Zielsetzung des Projektes war es, alle bestehenden Möglichkeiten und Spielräume  zur effektiven Nutzung von Rohstoffen, Materialien und Energie auszuloten  und den dadurch erlangten wirtschaftlichen Vorteil zum Erhalt von Arbeitsplätzen zu  verwenden. Um das zu erreichen, sollten Beschäftigte und Betriebsräte durch Informationsveranstaltungen  und betriebsinterne wie auch überbetriebliche Qualifizierungsmaßnahmen  für das Thema Ressourceneffizienz sensibilisiert und als Multiplikatoren  für eine betriebliche Umsetzung gewonnen werden. Im Vordergrund stand der beteiligungsorientierte  Ansatz, also die Einbeziehung der Beschäftigten als Experten für  ihren Arbeitsplatz. Mit dieser Zielgruppe wurden Potentiale zur Senkung von Materialund  Energiekosten herausgearbeitet.

Das Hauptziel des Projekts ist mit den ursprünglich daran anknüpfenden weitergehenden  Zielsetzungen in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Allerdings veränderten  sich die Zielsetzungen im Projektverlauf, die überarbeiteten Ziele finden sich in der  rechten Tabellenspalte. Einige der anknüpfenden Zielsetzungen fielen weg.

Folgende Materialien sollten im Verlauf des Projektes erstellt werden:

-Projektauftritt innerhalb des Internetauftritts des DGB Bildungswerk und auf Internetseiten beteiligter Partner

-Qualifizierungskonzepte/-Curricula für diverse Zielgruppen und auf unterschiedlichem Niveau

-Dokumentation (Print und Digital) der diversen Workshops und Qualifizierungseinheiten

-Daraus zusammengestellt drei Broschüren/Veröffentlichungen

-Breiter Infopool

-Zertifikat „Betrieblicher Effizienzexperte“

-Abschlussdokumentation/Bericht

Nach der Veränderung der Projektziele entfiel die Erstellung des Zertifikats „Betrieblicher Effizienzexperte“.

Die durchgeführte Evaluierung konstatiert, dass mit dem KoReBB-Projekt ein Schritt in die richtige Richtung getätigt wurde und eine „erste Sensibilisierung von Beschäftigten und Betriebsräten für das Thema Ressourceneffizienz erfolgte“. Folgeprojekte sollten auf den getätigten Erfahrungen aufbauen.

Insgesamt nahmen ca 600 Personen an den zahlreichen Informationsveranstaltungen  des Projekts KoReBB (Messen, Seminare des DBG Bildungswerkes etc.) teil. Rund ein Drittel der Teilnehmenden ist ebenso Teil des Umweltarbeitskreises für Betriebsräte, eine Gruppe also, die bereits für Umweltthemen sensibilisiert war.

Die AutorInnen sehen einiges an Verbesserungspotenzial für Folgeprojekte. Die Akquise von TeilnehmerInnen an den Weiterbildungsangeboten sollte aktiver und direkter bei TeilnehmerInnen von Informationsveranstaltungen betrieben werden. Die Mehrzahl an potenziellen TeilnehmerInnen hat ein Interesse an der Thematik, dieses wurde aber nicht in ausreichendem Maße angesprochen.

„Um jedoch auch Beschäftigte, Interessensvertreter und Interessensvertreterinnen zu erreichen, die bisher kein Interesse an dem Thema haben, sollte in einem Folgeprojekt geprüft werden, ob nicht möglicherweise andere Zugangskanäle aussichtsreicher sein könnten, wie etwa Präsentationen auf Betriebsratssitzungen und Betriebsversammlungen. Zu empfehlen ist außerdem der Einbezug von Mitgliedsgewerkschaften und gewerkschaftlichen Initiativen (z.B. „Besser statt Billiger“) in das Projektdesign, die Antragsstellung und den Beirat.“

Der Inhalt der Weiterbildungsmaßnahmen sollte konkrete Betriebsfallstudien miteinbeziehen und die DozentInnen sollten betriebsinterne Verantwortliche in die Vorbereitung der Weiterbildungseinheiten miteinbeziehen. „Erfahrungen aus anderen Projekten zeigen, dass ein starker  Branchen- und Regionalbezug ebenfalls Bereitschaft und Interesse verstärkt.“ Eine detaillierte Beschreibung aller Verbesserungsvorschläge für das KoReBB, die gleichzeitig als Orientierung für neu entstehende Qualifikations- bzw. Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema umweltaktive Betriebsräte verstanden werden können, findet sich in der Evaluierungsstudie von Fröbel, Grothe und Longmuß (2010) ab Seite 53.

Das Netzwerk Ressourceneffizienz

Kernelement des 2007 gegründeten Netzwerks Ressourceneffizienz ist die Verzahnung von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- sowie Umweltinteressen rund um das Thema einer effizienteren Produktion in Deutschlands Aluminiumindustrie. Mit einer höheren Ressourceneffizienz streben die teilnehmenden Organisationen einen sinkenden Verbrauch an Rohmaterialen und somit einen sinkende Umweltbelastung an. Dieser Teil eines Green New Deals für Deutschland wird mitgetragen vom BMU, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, der IG Metall, dem DGB, Bundesumweltagentur und weiteren Forschungs- sowie Beratungsinstituten.



Quellen und Links:

Fröbel, Grothe und Longmuß (2010): Qualifizierung von Betriebs-, Personalräten und Beschäftigten zur Umsetzung
von Ressourceneffizienz in Unternehmen. Böcklerstiftung Arbeitspapier 237

Hauptseite des Netzwerks

Publikationen des Netzwerks

Vorträge zur Auftaktkonferenz des Netzwerks Ressourceneffizienz

Kurzinformation zum Netzwerk Ressourceneffizienz

Eurofound (2011): Industrial relations and sustainability the role of social partners in the transition towards a green economy,Projektbericht