Die Allianz „Wege aus der Krise“

Die zivilgesellschaftliche Allianz „Wege aus der Krise“ ist eine Zusammenarbeit von österreichischen Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen (NGO´s). Die Allianz besteht aus den folgenden 11 Organisationen:

Die Allianz wurde 2009 als Reaktion auf die Wirtschaftskrise gegründet. Ziel des Bündnisses ist es, neue Wege aus der Krise aufzuzeigen. Durch kreative Ideen und breite Allianzen soll eine andere Politik Wirklichkeit werden. Als zentrale Ziele werden genannt: „Wir wollen ein gutes Leben für alle Menschen –  in Österreich, in Europa und der Welt. Das erfordert ein Wirtschaftssystem, das die natürlichen Grenzen anerkennt und respektiert und sich an folgenden Zielen orientiert:

  • die Befriedigung von Grundbedürfnissen
  • die gerechte Verteilung und Bewertung von Arbeit
  • die gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen
  • globale Solidarität
  • ökologische Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Klimagerechtigkeit
  • eine Demokratie, die allen gleiche Teilhabechancen und Mitbestimmungsrechte garantiert.“

Über Zukunftsinvestitionen sollen nicht nur gesellschaftlich notwendige Bedürfnisse gesichert, sondern auch Schritte in Richtung eines ökologisch nachhaltigeren Wirtschaftssystems ermöglicht werden. Zu den unmittelbaren Antworten auf die soziale und ökologische Dimension der Krise zählen für „Wege aus der Krise“ u.a. ein ökologisches Steuersystem, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Förderung thermischer Sanierungsmaßnahmen und nachhaltiger Energieformen sowie die Verkürzung der Arbeitszeiten.

Über die Homepage und einen monatlichen Newsletter liefert „Wege aus der Krise“ vielfältige Materialien und informiert über laufende Aktionen.

Zivilgesellschaftliches Zukunftsbudget

Die Allianz „Wege aus der Krise“ entwickelt seit 2010 das „Zivilgesellschaftliche Zukunftsbudget“, das 2016 zum sechsten Mal veröffentlicht wurde. Darin werden alternative Wege aus der Krise vorgestellt, die solidarisch, ökologisch nachhaltig und demokratisch sind. Das im Herbst 2016 präsentierte und von 18 Organisation erarbeitete zivilgesellschaftliche Zukunftsbudget für die Jahre 2017 bis 2019 steht unter dem Motto „70 Schritte in ein gutes Leben für alle!“ und soll aufzeigen: Es geht auch anders! Es investiert in die soziale und wirtschaftliche Zukunft, reduziert Steuern auf Arbeit, baut Schulden ab und besteuert Überfluss. Mehr als zehn Milliarden Euro sollen für Energiewende, öffentliche Mobilität, den Sozialstaat und die gerechtere Verteilung von Arbeit fließen. Finanziert werden soll dies aus vermögensbezogenen Steuern, der Abschaffung von Steuerprivilegien für Konzerne und Kapitaleinkommen sowie durch Ökosteuern.

Die Allianz „Wege aus der Krise“ wird von den Gewerkschaften sehr positiv beurteilt

In ihrer Diplomarbeit „Österreichische Gewerkschaftsbewegung und ökologische Krise am Beispiel des Klimawandels“ holte Kathrin Niedermoser auch Stellungnahmen von GewerkschafterInnen zur Zusammenarbeit mit „Wege aus der Krise“ ein. Demzufolge wird das Bündnis sehr positiv beurteilt. „Die spannende Frage ist, welche Perspektive die aktuelle Annäherung zwischen Gewerkschaften und NGOs aus dem Umweltbereich hat. Dem Anschein nach handelt es sich hierbei um den Beginn einer Entwicklung hin zu längerfristigen politischen Kooperationen. ‚Heute sind wir noch am Ende der Phase, wo sich die Ökologiebewegung und die soziale Bewegung gegenübergestanden sind. Und ich denke, das löst sich gerade auf‘ (Interview René Schindler 2011).“ (Niedermoser 2012)


Quellen:

Homepage Wege aus der Krise

Zivilgesellschaftliches Zukunftsbudget 2017 – 2019

Pressemitteilung zum sechsten „Zivilgesellschaftlichen Zukunftsbudget“ 10.10.2016

Niedermoser, Kathrin (2012): Österreichische Gewerkschaftsbewegung und ökologische Krise am Beispiel des Klimawandels. Diplomarbeit, Univ. Wien

Kontak:

Allianz „Wege aus der Krise“
c/o GLOBAL 2000
A – 1070 Wien, Neustiftgasse 36
Tel: +43/1/8125730
Web: http://www.wege-aus-der-krise.at