Initiative für mehr betrieblichen Klimaschutz durch Beteiligung, DGB Nordrhein-Westfalen

Jeder kann etwas zum Klimaschutz beitragen. Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle und viele engagieren sich bereits. Ein Großteil der Projekte adressiert bisher die Geschäftsleitung. Doch wie können Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen sich in diesem Thema engagieren? Dieser Frage geht das Projekt „Mehr Klimaschutz durch Beteiligung“ seit 2016 nach, das bei der Technologieberatungsstelle TBS NRW beim DGB Nordrhein-Westfalen angesiedelt ist. Im Projekt werden gemeinsam mit Unternehmen Werkzeuge zur besseren Beteiligung entwickelt und erprobt. Interessierte Interessenvertretungen, Unternehmen sowie Effizienz- und Energieberater können sich an die TBS NRW wenden.

Dieses Projekt des DGB NRW richtet sich an Interessenvertretungen, Beschäftigte, Energie- und Umweltbeauftragte in KMU aus NRW, die durch mehr Beteiligung von Beschäftigten einen Beitrag zum effizienteren Umgang mit Energie & Ressourcen im Betrieb leisten wollen. Das Projekt möchte eine breite Beteiligungskultur etablieren. Dafür werden gemeinsam mit Energie- und Effizienzberatern passende Sensibilisierungs- und Beteiligungswerkzeuge für Interessenvertretungen und Beschäftigte gesammelt, erarbeitet, erprobt und aufbereitet. Auf diese Weise können die Werkzeuge später von Energie- und Effizienzberatern genutzt werden.

Warum ist das Thema für Interessenvertretungen interessant?

  • Beschäftigte, bzw. alle Menschen in einem Unternehmen, haben oftmals gute Ideen für mehr Klimaschutz – und gleichzeitig wenig Möglichkeit diese anzubringen.
  • Eine ökologische Ausrichtung von Produkten und Dienstleistungen wird für Unternehmen zunehmend wettbewerbs- und
  • Bei steigendem Kostendruck können Einsparungen im Bereich Energie und Ressourcen dazu beitragen Arbeitsplätze zu sichern.
  • Der Klimawandel ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft: Jeder kann einen Beitrag leisten.

Zusammenarbeit mit Energie- und Effizienzberatern – Berater-Pool

Das Projekt orientiert sich eng an betrieblichen Abläufen und der Beratungs-Praxis von Energie- und Effizienzberatern. Daher lädt die TBS NRW Beraterinnen, Berater und Unternehmen ein, die im Rahmen des Projektes zusammenarbeiten möchten. Für diesen Zweck wird ein „Berater-Pool“ eröffnet. In den Pool können Beraterinnen und Berater aufgenommen werden, die den Praxis-Austausch und ggf. die Erprobung von Beteiligungswerkzeugen mit mindestens einem Betrieb ermöglichen. Dieses Unternehmen sollte ein KMU mit Sitz in NRW sein. Wünschenswert für das Unternehmen sind Erfahrungen im EM / UM / QM sowie ein aktiver Betriebsrat. Die Formen und Rahmengestaltung der Zusammenarbeit sind im Leistungskatalog für externe Berater aufgeführt.

Bisher steht bereits ein Kurz-Check für Interessenvertretungen und eine allgemeine Projektinfo zur Verfügung. An dem Kurz-Check kann man kostenfrei direkt im Internet teilnehmen. Ziel des Projektes ist es, über verstärkte Beteiligung Potenziale für mehr Energie- und Ressourcen-Effizienz zu finden. Welche Möglichkeiten zur Beteiligung am Thema Klimaschutz gibt es in den Unternehmen und wie kann man diese ausbauen? Wie kann ein betriebliches Vorschlagswesen zu mehr Klimaschutz beitragen? Welche Aktionen und Veränderungen führen dazu, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Thema interessiert?

Als Kooperationspartner begleiten die Effizienz Agentur NRW und Energie Impuls OWL das Projekt. Gefördert (2016-2017) wird es vom Europäischen Sozialfonds sowie dem Land NRW. Hier unterstützen gleich zwei Ministerien das Projekt: das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.

Projekt als Teil des Klimaschutzplans NRW und des DGB NRW Memorandums

Das Förderprojekt „Mehr Klimaschutz durch Beteiligung“ ist Teil des Klimaschutzplans NRW. Außerdem verfasste der DGB NRW im Jahr 2015 ein Memorandum „NRW 2020 – Gute Arbeit, nachhaltige Entwicklung“, demzufolge er und seine Gewerkschaften möchten, dass die Zukunft Nordrhein-Westfalens sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig gestaltet wird. Der Schlüssel für eine positive Entwicklung mit mehr Lebensqualität und Chancengleichheit wird in mehr sozial-versicherten Beschäftigungsverhältnissen gesehen. Anvisiert wird die Schaffung von 500.000 neuen sozial-versicherten Arbeitsplätzen.

Im Memorandum des DGB NRW wird u.a. festgehalten, dass Wachstum nicht auf Kosten der Umwelt gehen darf: „Der beschleunigte Klimawandel und wachsende Eingriffe in die natürliche Umwelt bedrohen weltweit unsere bisherige Art zu leben. Der Pro-Kopf-Energie- und Ressourcenverbrauch ist in allen Industrieländern nach wie vor zu hoch – auch in NRW. Der bisherige Wachstumspfad ist nicht nachhaltig. Es geht jetzt darum, wie wir wirtschaftliche Entwicklung nutzen, um durch einen geringeren Energie- und Ressourcenverbrauch unsere Lebensqualität und gleichzeitig unsere Umwelt zu bewahren. NRW hat dabei als Industrieland und als mögliches Vorbild für Regionen mit ähnlicher Wirtschafts- und Sozialstruktur eine besondere Verantwortung. Wir streben einen sozialen und ökologischen Umbau an, durch den Wirtschaft, Beschäftigte und Zivilgesellschaft in NRW zu Vorreitern einer nachhaltigen Entwicklung werden. Die Herausforderung besteht darin, diesen Pfadwandel gemeinsam mit den Unternehmen und den Menschen zu gestalten. Die Beschäftigten in der herkömmlichen Energieerzeugung und in den energieintensiven Industrien werden dann keine Verlierer auf dem Weg in eine nachhaltige Wirtschaft sein, wenn die Chancen zur Mitgestaltung vorausschauend genutzt werden. Ein erfolgreicher ökologischer Wandel ist ein vielversprechender Weg, um Arbeit und Einkommen in der Zukunft zu sichern.“


Kontakt Projekt „Mehr Klimaschutz durch Beteiligung“

TBS beim DGB NRW e. V., Regionalstelle Bielefeld
Svenja Schröder, Beraterin
33615 Bielefeld, Stapenhorststr. 42b
Web: www.tbs-nrw.de
E-Mail: svenja.schroeder@tbs-nrw.de

Quellen:

Projektwebsite Mehr Klimaschutz durch Beteiligung

Projektfolder Mehr Klimaschutz durch Beteiligung

Weitere Materialien des TBS NRW zu Energieeffizienz

DGB NRW Webnachricht 9.8.2016

Website Memorandum NRW 2020

Memorandum NRW 2020: Gute Arbeit – Nachhaltige Entwicklung

PPT-Präsentation Memorandum NRW 2020

DGB NWR Konferenz 2016 „Grünes Wachstum und Nachhaltigkeit“