Die Comisiones Obreras Gewerkschaft (CCOO) / Spanien

Die Comisiones Obreras (CCOO) ist die größte Gewerkschaft Spaniens mit mehr als einer Million Mitgliedern und 120.000 Delegierten.

Mit der Gründung des Weiterbildungsinstituts ISTAS leistete die CCOO Pionierarbeit im Feld der gewerkschaftlichen Initiativen zu Umweltfragen. ISTAS bietet Kurse zu den Themen  Umweltgesetzgebung, Klimawandel, nachhaltige Mobilität, erneuerbare Energie, Abfallmanagement, Chemie-Risiken, Luftverschmutzung und Wassermanagement an. Seit der Gründung im Jahr 2006 nahmen rund 19.000 Personen an einer der 850 Weiterbildungsaktivitäten teil.

Im Jahr 2014 trat die CCOO der Unions4Climate Initiative bei, um auch auf EU-Ebene für ambitioniertere Ziele im Rahmenprogramm Klima- und Energiepolitik bis 2030 einzutreten. Verlangt werden ein Anteil an erneuerbaren Energien von zumindest 30%, eine Verbesserung der Energieeffizienz um mindestens 40% und die Reduktion der Treibhausgasemissionen um ebenfalls mindestens 40%. Im Gegensatz zur spanischen Regierung und der EU-Kommission, möchte die CCOO diese drei Ziele auch auf nationaler Ebene in Spanien und in den übrigen Mitgliedstaaten verankert sehen. Spanien zählt in der EU zu den größten Treibhausgas-Emittenten – zusammen mit Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Seit 1990 wurden in Spanien im Vergleich zu anderen industrialisierten Staaten auch besonders hohe Zuwächse an Treibhausgasemissionen verzeichnet.

Die Forderung für eine stärkere Reduktion der Emissionen geht für die CCOO mit dem Bekenntnis zu mehr Jobs einher. Dies kann für ein Land wie Spanien mit einer Arbeitslosigkeit von 25% – zusammen mit Griechenland der höchste Wert in Europa – nicht deutlich genug betont werden.

Vor der Wirtschaftskrise florierte in Spanien der grüne Wirtschaftssektor. Dennoch wurde mit den Austeritätsmaßnahmen die Hälfte aller Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energie vernichtet. Besonders hart traf es Beschäftigte in Photovoltaik- und Windenergieproduktion. Ebenso wurde die vielversprechende Entwicklung bei den Solarthermieanlagen deutlich gehemmt. Darüber hinaus wurden 50% der Stellen bei der öffentlichen Müllentsorgung und -verarbeitung innerhalb von fünf Jahren gestrichen. Deshalb möchte die CCOO eine Million neuer Arbeitsplätze in nachhaltigen Wirtschaftsbereichen bis 2030 zu schaffen: 343.000 Stellen im Bereich erneuerbare Energie, 443.000 im Bereich nachhaltige Mobilität, 30.000 Jobs bei Bahn und Schienentransport, 104.000 Stellen für thermische Sanierung von Gebäuden und 14.000 Jobs durch die Einführung eines Mülltrennungs- und Pfandsystems.

Zusätzlich bekennt sich die CCOO zu einem Modell für nachhaltige Mobilität. Von Seiten der Gewerkschaft wurde ein detaillierter Plan ausgearbeitet, wie der Trend zu steigenden Treibhausgasemissionen im Verkehr – Anstieg in Spanien seit 1990 um 71.4% – umgekehrt werden kann. Konkret bedeutet dies, dass der Anteil an nachhaltigen Transportsystemen von 19.9% im Jahr 2008 auf 30.9% im Jahr 2020 erhöht, der Energieverbrauch um 11% verringert, der CO2-Ausstoß um 16% gekürzt und gleichzeitig 45% mehr Jobs geschaffen werden sollen.


Quelle:

Sustainlabour (2014): Unions4climate. Reducing emissions from the workplace and creating jobs – 4 European case studies.