Aktion „Fair Essen“ der PROGE / Österreich

Mit der Aktion „Fair Essen“ setzt die PROGE, die Österreichische Gewerkschaft der Produktionsangestellten, Akzente für mehr Nachhaltigkeit in der Verwendung von Lebensmitteln in Kantinen. Jede Betriebskantine und jede Unternehmensküche muss täglich den Lebensmitteleinkauf tätigen. Mit einer Entscheidung für die Verwendung von ressourcenschonenden und fair hergestellten und gehandelten Lebensmittel, die darüber hinaus gesünder und von besserer Qualität sind, können Betriebe aktiv zu einer gerechteren Welt beitragen.

Mit jedem Bissen is(s)t man politisch! Mit einem Menü treffen wir hundert Entscheidungen.

Im Laufe unseres Lebens essen wir an die 10 bis 15 Tonnen Nahrungsmittel. Da sollte es uns nicht egal sein, was auf den Tisch kommt. Essen ist hoch politisch. Denn mit jedem Menü treffen wir hundert Entscheidungen: Wir essen für oder gegen Monokulturen, Sozial- und Umweltdumping, Entvölkerung ganzer Landstriche und Abwanderung; für oder gegen Börsengewinne auf Kosten der Länder im Süden oder Chemie und Rückstände in unserer Nahrung.

Warum wir uns ums Essen kümmern

  1. Über 1,5 Millionen Menschen essen in Österreich täglich am Arbeitsplatz und in Betriebskantinen. Dabei werden jährlich hunderttausende Tonnen Nahrungsmittel verzehrt. Der gesamte Lebensmittelsektor ist ein Kernbereich der österreichischen Wirtschaft, in dem rund 500.000 Menschen in mehr als 300.000 Betrieben (Landwirtschaft und Produktion) arbeiten. Zählt man den großen Bereich der Gemeinschaftsverpflegung dazu, arbeiten im Lebensmittelsektor ca. 15 % aller Erwerbstätigen (Unselbständige und Selbständige) Österreichs.
  1. In der Geschichte einmalig ist der erreichte Überfluss an Lebensmitteln für die Bewohner der meisten Industriestaaten. Gleichzeitig sind weltweit über 800 Mio. Menschen unterernährt.
  1. Wir alle kennen es: Berichte über Kinderarbeit auf Orangenplantagen, Vergiftungen bei BananenarbeiterInnen, Bezahlung niedriger Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen auf den vielen Plantagen internationaler Konzerne dieser Welt. Bewusst Ernähren hat daher auch eine lebenswerte Umwelt, in der Menschenrechte eingehalten werden – und das weltweit – zum Ziel.
  1. Es ist unbestritten: Wer konsequent und unbeirrt nach Qualität beim Essen verlangt, verändert das Angebot an Nahrungsmitteln. Qualität bedeutet auch weniger Umweltbelastungen, Tierschutz, sparsamen Einsatz von Resourcen, geringere Transporte, Landschaftspflege, Erhalt der Artenvielfalt, Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft und in den regionalen Lebensmittelbetrieben, Erhaltung von sozialen Standards.

 

Motivation und Unterstützung

Die Kampagne „Fair Essen“ soll KüchenleiterInnen, KöchInnen und Betriebsräte in Küchenausschüssen von Betriebsküchen motivieren und unterstützen, damit verstärkt saisongerechte Produkte aus der Region, möglichst aus biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung sowie Überseeprodukte aus Fairem Handel in den Betriebsküchen verwendet wird.

 


Quellen und Links:

Homepage der Kampagne „Fair Essen“

Essenseinkauf im Betrieb – Gesund-Sicher-Fair: Ein Leitfaden für den Einkauf von Fertiggerichten und Lebensmitteln

PROGE-Essensreport: 24 Stunden genussvoll FAIR Essen im Betrieb – Praxisbeispiele aus der Betriebsverpflegung